Was gibt es besseres, als sich mit John K. Samson auf ein herzensgutes Wochenende vorzubereiten. Letzten Donnerstag gastierte der Weakerthans Frontmann im Berliner Magnet und präsentierte erstmals mit der Provincial Band seine Solostücke. Zuvor hatte man Samson nur alleine im Akustikgewand gesehen und ansonsten formieren sich ja eben genannte Weakerthans um ihn herum.
Es sei vorweggenommen, dass der Abend hielt, was er vorher versprochen hatte. Wer die lyrisch wundervollen und herzensguten Geschichten Samsons kennt, der weiß, dass ihm nicht nur ein Hach über die Lippen gehen wird und dass es nicht nur einmal zum Gänsehautfeeling kommen wird. Dazwischen darf dann bitteschön gerockt werden. Dafür sorgte die Provincial Band, die das Ganze im Vergleich zur letzten Samson Tour voluminöser gestaltete. Zu Beginn des Konzertes gab es direkt die beiden Winnipeghommagen One great city und Heart of the continent. Somit wurde auch sofort klargestellt, dass die Anwesenden sich auf einen Mix aus Solostücken und Weakerthans Songs freuen durften. Es liefen die Goos bumps haufenweise durch und auf dem Körper. Pamphleteer, Left and leaving oder Reconstruction site. Den punkigen Weakerthansklassiker Aside gab es in einer zumindest für mich neuen Akustikversion. Toll. Seine Mitstreiter auf der Bühne blieben stets dezent im Hintergrund, obwohl mit Kontrbass grandios dick aufgetragen, und ließen John K. Samson auf Lorne John "Gump" Worsley das Glas erheben und alle Zuschauer zu ermutigen, doch bitte die Petition für Reggie "The Riverton Rifle" Leach zu unterschreiben, damit er in die Hockey Hall of Fame aufgenommen werden kann. In Kanada hat halt vieles mit Eishockey zu tun. Selten jedoch, dass dadurch Poems entstehen, wie sie Samson schreibt und performt. Herauszuheben wären irgendwie alle gespielten Tracks, weil alles rundum passte. Da rockte Longitudinal centre und da berührte The last and. Zu den eigenen Songs, packte Samson auch noch eine Coverversion des Jawbreaker Songs The boat dreams from the hill dazu. Zwei ältere Propaghandi Tracks, Gifts und Anchorless, wurden ebenfalls performt. Somit verschwand man auch noch im DeLorean und durfte ein bißchen 90er schnuppern. Ein langer Abend mit wundervollen Liedern - sanft und rockig. Immer und immer wieder. Zum Schluss überwältigten My favorite chords und das ohne PA dargebotene Virtute the cat explains her departure. Thanks John.









