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April 02, 2012

Nive Nielsen & The Deer Children - Nive Sings!

Glitterhouse Records
VÖ: 05.04.2012


Schon beachtlich, wie die Späher des sympathischen Labels Glitterhouse immer mal wieder ein kleines Highlight aus dem Ärmel zaubern. Das gute Händchen gönnt man ihnen aber auch. Grade weil sie Mut zu neuen Ufern und fremden Kulturen beweisen. So wie zuletzt sicherlich das afrikanische Projekt Tamikrest. Nive Nielsen ist rein musikalisch nicht ganz so weit entfernt, eigentlich überhaupt nicht. Nur der Aspekt, dass es sich bei Nive Nielsen & The deer children um eine Band aus Grönland handelt, macht das ganze Projekt zu einem weiteren kleinen Exoten. Ihr Debütalbum Nive sings! ist in Grönland schon etwas länger auf dem Markt und erreichte im heimischen Norden Goldstatus. Gemessen an der Einwohnerzahl Grönlands, wären das im Verhältnis zu Deutschland einige Hunderttausend!

Aber kommen wir zur Musik der smarten Inuit Dame. Nive sings! beginnt mit zwei typisch singer-/songwritermäßigen Tracks und legt sich bedächtig und wundervoll in deinem Ohr nieder. Room und Good for you entwickeln sich nach den ersten Durchläufen zu den catchigsten Songs - Songs an die man sich erinnert. Im Kopf schwirren Namen wie Cat Power, Fiona Apple oder Tori Amos. Hochgegriffen, aber dennoch nicht übermütig. Von den zarten Akustiknummern taumelt Nive sings! mit gekonnten Jazz und Big Band Elementen wie durch die Gassen einer französiche Vorstadt (Dear Leopold, Circumstances oder Winter songs). Stets mit Charakter, mit Geschichte und absolut nicht langweilig. Nive Nielsen verkörpert mit ihrer Band eine Menge Charme, auch wenn ihre Stimme wohl das meiste davon einnimmt. Vor allem My coffee boy hats mir angetan. Facettenreichtum und bewusst anstachelnder Singer-/Songwriterfolkpop bermekt der Hörer in Tracks wie Vaccuum cleaner killer, der düsterer und energischer klingt, fast provokant zu im Gegensatz zartbesaiteteren Songs auf Nive sings!. Done & gone besänftigt dagegen mit einem harmonisch klingenden Klavier. Da, wo es im Winter oftmals nicht hell und im Sommer mehrmals nicht dunkel wird, entstand bei weitem kein kaltes Album, eher ein klar strukturiertes und farbenfrohes Werk. Mit viel gewollter Disharmonie und toller musikalischer Atmosphäre.


Termine:
  • 29.04. Berlin - Greenlandic Film Festival 
  • 26.05. Beverungen - Orange Blossom Special Festival (ausverkauft)

Nive Nielsen & The deer children - Room

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