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April 18, 2012

Dan Mangan live @ Lido, Berlin 14.04.2012


Nicht ein mal ein halbes Jahr ist es her, dass ich Dan Mangan in Berlin begrüßen durfte. War es damals noch kalt und usselig, so schien immerhin am vergangenen Samstag die Sonne und der Frühling atmete auf, auch wenn mit kaltem Atem. Nach der immer größeren Aufmerksamkeit um Mangan war das Lido mehr als nur gut besucht. Mangans Musik, vor allem seine Sing-a-long Hymne Robots oder die aktuellen, radiopräsenten Songs Rows of houses und Post-war blues, entpuppt sich als kleiner Magnet, der immer mehr Leute anzieht. So durfte Mangan jetzt nach Australien reisen, um dort seine Musik zu präsentieren oder aber erhielt im heimischen Kanada zwei Juno-Awards, was so viel wie die kanadischen Grammys sind. Ein schlichtes "amazing" entgenete er mir, als wir uns vor der Show zu einem Plausch trafen. So viel redeten wir eigentlich gar nicht. Ich gab Dan einen Stift in die Hand und los ging's - neben all den üblichen Fragen interessierte mich mehr die Person Mangan. Steht er auf Batman oder Superman, welche Musik hört er, sein Lieblingsroboter usw. Das kam dabei rum:


Das Konzert im Berliner Lido begann wie schon beim letzten Auftritt mit dem Song About as helpful as you can be without being any help at all. Immer noch ein Wahnsinnstitel. Passend zum oben eingetragenen favorisierten Instrument (Noise) begann der Song eben mit jenem. Verzerrte Gitarrensaiten, Beckenklirren, ein wild laufender Bass - bis es ruhig wurde und Mangan anfing zu singen. Was folgte, war der zu erwartende Mix aus den beiden letzten Alben Oh fortune und Nice, nice, very nice. Leaves, trees, forests oder How darwinian wechselten sich mit Sold oder Robots ab. Mangan entwickelte grade in den lauteren Parts seiner Songs einen ungebremsten Hang zum Noise und zum Chaos. Verkörpert wurde diese Theorie vor allem durch Gitarrist Gordon Grdina, der nahezu hemmungslos und voller Hingabe seine Gitarre niederzumetzeln schien. Das Energiespektrum schlug links von Mangans Seite mehr als ein mal über die zugelassene Norm aus. Neben geballter Energie gehörten jedoch auch die leisen Töne zu den Höhepunkten. Goose bumps sagt man im englischen. Basket und The indie Queens are waiting waren wiedermal atemstockend, schwebend schön. Nur Mangan und die Gitarre, die rauhe Stimme, die dir den Boden unter den Füßen wegzuziehen scheint. Rows of houses ging wie gewohnt über ins anfangs schrille und dann gediegene Regarding death and dying. Auch Jeopardy wurd gespielt. Road regrets gab es als Zugabe, ebenso wie das stark applaudierte Neutral milk hotel Cover In the aeroplane over the sea - inklusive gepfiffenem Solo. Parallelen zum Gig im Dezember boten sich dann wieder zum Schluss des Konzerts. So much for erveryone, der einzige Song aus seinem Debüt Postcards & daydreaming, wurde wieder akustisch mitten im Publikum performt. Was für Momente - jedesmal. Nach geschätzten anderthalb Stunden war es dann aber vorbei. Der nächste Auftritt von Dan Mangan wird sicherlich kommen. Das nächste Album auch. Ich bin gespannt wie sich der smarte Kanadier bis dahin weiterentwickelt hat.







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